Bereits zu Beginn des Projekts konnten die Schülerinnen und Schüler Alltagsrollstühle selbst ausprobieren. Dabei wurde schnell deutlich, welche Herausforderungen Menschen im Rollstuhl täglich bewältigen müssen. Schon kleine Hindernisse wie Türschwellen, enge Wege oder Steigungen stellten sich als deutlich schwieriger heraus als erwartet. Gleichzeitig lernten die Jugendlichen wichtige Fahrtechniken kennen und erfuhren, wie viel Geschick, Kraft und Koordination für den sicheren Umgang mit einem Rollstuhl erforderlich sind.
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Svenja Mayer, Rollstuhlbasketball-Nationalspielerin und Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft. In einem sehr persönlichen Gespräch berichtete sie von ihrem bewegenden Lebensweg. Mit nur 19 Jahren wurde sie von einem LKW überfahren und ist seitdem auf den Rollstuhl angewiesen. Offen und beeindruckend schilderte sie ihren Weg zurück ins Leben, ihren Einstieg in den Leistungssport und ihre Entwicklung bis zur Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft.
Die Geschichte von Svenja Mayer bewegte die gesamte Klasse tief. Die Schülerinnen und Schüler stellten zahlreiche interessierte und einfühlsame Fragen und zeigten große Empathie. Besonders beeindruckte sie, mit welcher Stärke, Lebensfreude und Motivation Svenja ihren Weg gegangen ist. Die Begegnung hinterließ bei allen einen nachhaltigen Eindruck und regte dazu an, Vorurteile zu hinterfragen und den Begriff Inklusion mit Leben zu füllen.
Auch die sportlichen Einheiten boten zahlreiche spannende Erfahrungen. Unter der Leitung von Gesche Schünemann, Trainerin der Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft, erhielten die Schülerinnen und Schüler ein intensives Rollstuhlbasketballtraining. Neben grundlegenden Fahrtechniken standen Technik- und Taktikübungen auf dem Programm. Schnell wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Kombination aus Rollstuhlkontrolle, Ballhandling, Passspiel und Teamarbeit ist. Mit viel Geduld und Begeisterung vermittelte Gesche Schünemann die Besonderheiten dieser faszinierenden Sportart.
Unterstützt wurde das Training von Derrick Taylor, Co-Trainer der Bundesligamannschaft der Nürnberg Falcons. Gemeinsam gestalteten sie abwechslungsreiche und motivierende Trainingseinheiten, bei denen alle Schülerinnen und Schüler aktiv eingebunden waren und mit großem Engagement mitarbeiteten. Die Begeisterung war während jeder Einheit deutlich spürbar.
Den Abschluss des Projekts bildete ein Basketballtraining mit dem Jugendtrainer der Falcons Nürnberg, Tim Handt. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler ihre basketballerischen Fähigkeiten weiterentwickeln und erleben, wie wichtig Teamgeist, Kommunikation und gegenseitige Unterstützung im Sport sind. Die Verbindung von klassischem Basketball und Rollstuhlbasketball verdeutlichte eindrucksvoll, dass Sport Menschen verbindet und Inklusion aktiv gelebt werden kann.
Die vier Projekttage waren für die Klasse V8A eine außergewöhnliche und bereichernde Erfahrung. Neben vielen neuen sportlichen Eindrücken nahmen die Schülerinnen und Schüler wertvolle Erkenntnisse über Inklusion, Respekt und gegenseitige Wertschätzung mit. Besonders die persönlichen Begegnungen und das aktive Mitmachen machten das Projekt nachhaltig und unvergesslich.
Ein herzlicher Dank gilt den Nürnberg Falcons sowie Svenja Mayer, Gesche Schünemann, Derrick Taylor und Tim Handt für ihr großes Engagement, ihre Offenheit und die inspirierende Gestaltung dieses besonderen Inklusionsprojekts. Sie haben den Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll gezeigt, dass Inklusion nicht nur ein Begriff ist, sondern im Alltag und im Sport gemeinsam gelebt werden kann.